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Fotografie

16GB FlashAir SD-Karte
16GB FlashAir SD-Karte

Im Laufe der Zeit hat die Technik Möglichkeiten hervorgebracht, Bilder möglichst einfach von der Kamera zum Laptop etc. zu übertragen. Dazu gehören auch Wireless SD-Karten. Diese Karten haben ein internes WLAN-Modul, das die Verbindung mit Laptops, Handys, Tablets etc. ohne Kabel ermöglicht.

Ich hab lange überlegt, ob ich mir nicht mal eine dieser Eye-fi Karten besorge. Interessant wäre das durchaus, Fotos auf einem 10"-Tablet zu überprüfen anstatt nur auf dem kleinen Display der Kamera. Allerdings waren die Produktbewertungen der Eye-fi Karten nicht sonderlich aufmunternd; Kinderkrankheiten, Zuverlässigkeit etc... einfach selbst mal bei entsprechenden Portalen nachlesen.

Durch einen Zufall hab ich dann nach einiger Zeit die Konkurrenz "FlashAir" von Toshiba entdeckt, die scheinbar schon etwas besser/ausgereifter sein sollen. Preislich liegen diese mittlerweile auch in einem akzeptablen Bereich, so dass ich mir eine 16GB-Karte bestellt habe und die eigenen Erfahrungen hier vorstellen möchte.

Angeblicher "Nachteil" der FlashAir gegenüber Eye-fi ist, dass gerade gemachte Fotos nicht per "Push" an das verbundene Gerät gesendet werden; diese Bilder muss man von selbst erst runterladen, während sie bei Eye-fi nach ein paar Sekunden automatisch auf dem Display des verbundenen Geräts angezeigt werden. Vorteil jedoch: Die FlashAir-Karten haben einen vollwertigen Access Point integriert (mit einem Firmware-Update sogar mit IPT, "Internet-Pass-Through"). Somit können bis zu 7 weitere Geräte gleichzeitig auf die Karte per WLAN zugreifen und mit dem IPT sogar gleichzeitig eine Internetverbindung nutzen um die Fotos z.B. direkt von der Kamera ins Internet hochzuladen.

Die nötigen Tools kann man sich auf der Toshiba-Homepage herunterladen. Das FlashAir-Config-Tool benötigt .NET 4.0, das jedoch während der Installation heruntergeladen wird (sofern nötig).

Kartentest

Nachdem die Karte geliefert wurde, hab ich als ersten Schritt das empfohlene Firmwareupdate durchgeführt. Das eigentliche Update besteht aus 3 Schritten, die jeweils eine halbe Minute dauern. Nach jedem Schritt muss die Karte kurz entfernt und wieder eingelegt werden (quasi ein "Neustart"). Der nachfolgende 4. Schritt ist eine Überprüfung, ob das Update geklappt hat.

Die Einrichtung des Access Points der Karte geht ebenso einfach. Einfach eine beliebige SSID und ein frei wählbares Password eingeben, speichern, fertig. Direkt nach dem Speichern taucht in der WLAN-Übersicht des Tablets auch schon die Karte auf, während sie noch im Laptop war. Das Verbinden des Tablets mit dem WLAN der Karte und der entsprechenden FlashAir-App ging problemlos. In der App sollte man in den Einstellungen das "Auto refresh" aktivieren. Testweise hab ich mal ein paar Fotos in den DCIM-Ordner der Karte kopiert; diese wurden auch nahezu direkt im Browser der App angezeigt.
Was während der ersten Tests aufgefallen ist: Die Karte erwärmt sich, verglichen mit "normalen" SD-Karten schon merklich. Soll aber mal kein Problem darstellen.

Dann wurde die Karte in die Zielkamera (EOS 700D) eingelegt und auch anstandslos erkannt. Ein paar Testfotos gemacht (Grösse S2), diese wurden auch wieder sehr schnell im Browser dargestellt. Beim Tippen auf ein Bild wird dieses in voller Auflösung heruntergeladen und dargestellt. Die Übertragungszeit liegt hier bei ca. 2-3 Sekunden. Und dabei hat sich gezeigt: Der oben genannte Nachteil (fehlende Push-Funktion) existiert hier nicht (mehr): Wird ein Bild in der Grossansicht dargestellt und macht man ein neues Bild, wird automatisch nach der Übertragung das neu gemachte Bild angezeigt. Perfekt!
Ein kurzer Test in einer älteren Samsung S760 verlief auch positiv.

Um Energie zu sparen gibt es einen Auto-Start-Modus, bei dem innerhalb einer einstellbaren Zeit nach Einschalten der Kamera (z.B. 2 Minuten) ein WLAN-Gerät verbunden werden muss. Verbindet sich in dieser Zeit niemand, wird das WLAN-Modul abgeschaltet.
Noch besser ist der manuelle Modus: Auf der Karte ist ein Bild, dessen Schreibschutz den Status des WLAN-Moduls (in umgekehrter Logik) angibt. Wird der Schreibschutz des Bildes aufgehoben, wird das WLAN-Modul aktiviert. Setzt man den Schreibschutz, schaltet das WLAN wieder ab. So kann man Energie sparen, da das WLAN-Modul nur läuft, wenns auch gebraucht wird.
Lange suchen muss man das Bild auch nicht, da es vom Dateinamen her so benannt ist, dass es immer das erste in der Reihenfolge der Bilderanzeige der Kamera ist.

Der Internet-Pass-Through-Modus funktioniert auch einwandfrei. Nach einem kurzen Moment ist die Karte im eingestellten Netzwerk eingebucht und man kann - obwohl man mit der Karte verbunden ist - auch die Internetverbindung benutzen. Auffallend bei mir ist jedoch, dass es mit aktivem IPT relativ lange dauert, bis man sich mit einem Gerät mit der Karte verbinden und Fotos downloaden kann, wenn man nicht in Reichweite des im IPT eingestellten Netzwerks ist. Ist man also unterwegs, sollte man den IPT deaktivieren.

Und wer die Zusatzsoftware Magic Lantern für Canon-DSLRs verwenden will, muss mit der FlashAir-Karte (im Gegensatz zu Eye-Fi) nicht darauf verzichten: Beides funktioniert gleichzeitig! So können z.B. Fotos einer Zeitrafferaufnahme zwischendrin immer mal wieder abgeholt werden oder der Status einfach überprüft werden, ohne jedes mal zur Kamera zu gehen und dabei Gefahr zu laufen, durch Vibrationen oder sich verändernde Lichtverhältnisse die Aufnahmen zu stören.

Nachtrag 2015-08-20: Neues Modell W-03

FlashAir-Karten, Versionen W-02 (links) und W-03 (rechts)
FlashAir-Karten, Versionen W-02 (links) und W-03 (rechts)

Vor kurzem hab ich mir eine weitere FlashAir-Karte besorgt; die erste 16GB soll dann in die Samsung-Kamera wandern, die neue 32GB kommt in die Canon.

Der Versuch, die Karte über die gleiche Config-Software zu konfigurieren, die ich für die erste benutzt hab, scheiterte, was einfach daran lang, dass es sich bei der zweiten Karte um ein neues Modell "W-03" handelt. Die alte Version des FlashAirTools kennt die neuen Karten einfach noch nicht.

Mit den neuen W-03 und einer aktuellen Version der FlashAir-Handy-App ist aber das FlashAirTool auch nicht mehr nötig: Einfach die Karte auspacken, in die Kamera stecken, einschalten und mit der App verbinden. Das nötige Standardpasswort ist "12345678". Alle Parameter wie SSID-Name, Passwort, WLAN-Verhalten, Internet Passthrough etc. lassen sich vollständig über die App einstellen.

Möchte man trotzdem das FlashAirTool benutzen (oder muss man, weil man sich durch eine falsche Konfiguration aus der Karte "ausgesperrt" hat), so kann man sich die aktuelle Version, die die W-03-Modelle unterstützt, bei Toshiba herunterladen.

Neu bei den W-03 ist auch ein WebDAV-Server auf der Karte, so dass man auf die Bilder an einem PC wie auf ein normales (Netz-)Laufwerk zugreifen kann. Ebenfalls neu ist ein Mastercode, der unbefugtes Ändern des SSID-Namen bzw. des Passworts verhindert. So dürfen sich andere User zwar ebenfalls über die App mit der Karte verbinden, können aber diese Einstellungen nicht (un-)absichtlich verstellen.

Wie auch die W-02 mit 16GB ist auch diese Karte eine Class 10.



Letzte Änderung: 2015-10-03 22:56:01
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